Momentaufnahme

Klaas und der original Himpfelshofer Herzensbecher™ wünschen euch schöne Feiertage, guten Appetit und ein frohes neues Jahr 2017!
#klaasderpassivraucher #himpfelshoferherzensbrecher #himpfelshoferherzensbecher #himpfelshof #winterwunderweihnachtszeit #feiertage #essen #frohesneues #gutenrutsch #sponsoredpost

View in Instagram

Erinnerungen von Herrn Tschauner #2

Neulich saß Herr Tschauner mit einem guten Freund aus Studientagen auf dessen Balkon. Die beiden genossen gemeinsam die angenehm-entspannende Wirkung einer Marihuana-Zigarette und unterhielten sich seit einiger Zeit über diverse erheiternde Sachverhalte, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll. Während sie so sinnierten, wurde Herr Tschauner den taxierenden Blicken eines Nachbars gewahr, der einen Balkon weiter die Abendsonne bei einer Maß Bier genoß. Offensichtlich war er mit ihrem gesetzeswidrigen Treiben nicht einverstanden: Bald ging er vom Beobachten dazu über, die Nase zu rümpfen und murmelte missbilligende Äußerungen. Herrn Tschauner war die Situation äußerst unangenehm, denn der rechtlich fragwürdigen Situation war er sich natürlich bewusst. Er wies seinen ehemaligen Kommilitonen auf die pikante Lage hin, in der sich die beiden nun befanden. Dieser, wir wollen ihn unter dem Namen Hofmann kennen, lächelte müde und winkte ab. Er habe sich mit dieser ständigen Belästigung bereits abgefunden, es bliebe jedes Mal nur bei frechen Kommentaren, so seine Worte.
Herr Tschauner war ob dieser blatanten Ignoranz einigermaßen entsetzt. Sicher, auch er war der Meinung Hofmanns, dass Marihuana im Vergleich zu Alkohol, auch wenn die psychischen Langzeitschäden bei Jugendlichen natürlich nicht zu vernachlässigen wären, die weniger gefährliche Droge sei. Doch unterlief seinem Freund nicht ein Fehler in dieser Logik? Ja, der Gesellschaft mochten sie mit ihrer Einstellung voraus sein, aber wer hatte denn zu entscheiden, was legal war? Wer durfte festlegen, auf wessen Seite eine Beeinträchtigung der persönlichen Freiheit vorlag?

Es ist nur Recht, erklärte also Herr Tschauner dem Hofmann, dass sich dein Nachbar beschwert. Wir sind doch diejenigen, die meinen, gesellschaftlich institutionalisierten, in Gesetzesform gegossenen, Verhältnissen zu Rauschmitteln voraus zu sein und widersprechen damit gänzlich ungebeten der stillschweigenden Übereinkunft, die man gemeinhin Gesellschaftsvertrag nennt. Er, der Nachbar hingegen, ist zwar der Ruhestörer, aber doch gedeckt durch Recht, Ordnung und die Meinung der leider schweigenden Mehrheit. Wir sollten die Störung also vielmehr dankbar hinnehmen, führte Herr Tschauner letzlich aus, als Hinweis auf unser Querulantentum, als gut gemeinte Warnung, nicht für einige Stunden Genuß gleich gesellschaftliche Grundfesten einzureißen.
Mit diesen Worten drückte er die zur Hälfte gerauchte Zigarette aus, ging in die Küche, um dem Kühlschrank zwei gut gekühlte Weißbier zu entnehmen, die er in weiser Voraussicht mitgebracht hatte, schenkte gekonnt ein (wir kennen Herrn Tschauner bereits als fähige Thekenkraft) und setzte sich wieder zu Hofmann auf den Balkon, um auf ihr gemeinsames Dasein als rechtschaffene Bürger anzustoßen.